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Resolution des Kreisseniorenrates: Senioren und Seniorinnen im Landkreis Schwäbisch Hall für ein gewaltfreies und demokratisches Miteinander und gegen jede Form von Hetze und Diskriminierung


Als Seniorinnen und Senioren sehen wir mit Sorge, dass auch in unserem Landkreis die Stimmen lauter geworden sind, die gezielt und bewusst die Menschenwürde von Menschen aus anderen Nationen, anderen religiösen Überzeugungen und anderen sexuellen Orientierungen herabwürdigen und angreifen.


 Deshalb stehen wir in unseren Kreisen und Veranstaltungen im privaten wie im öffentlichen Bereich dafür ein, dass kein Mensch aus anderen Ländern, kein Mensch mit einer uns fremden Ethnie, einer anderen religiösen Überzeugung und kein Mensch mit einer anderen sexuellen Orientierung diskriminiert und angefeindet wird. 


Deshalb dulden wir in unserem Verantwortungsbereich keine Erscheinungsformen von Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Verherrlichung oder mangelnde Distanz zum Nationalsozialismus in Form von Aussagen, Kleidung, Symbolen, Tattoos, Schmuck oder Musik. Wir bemühen uns auch versteckte oder indirekte Herabwürdigungen oder Verachtung nicht zu übersehen, sondern rassistische, antisemitische, frauenfeindliche und homophobe Äußerungen und Einstellungen zu erkennen und ihnen mit Festigkeit und Gelassenheit entgegenzutreten.


Wir wenden uns entschieden dagegen, dass in Gesprächen und Diskussionen einseitig und penetrant Feindbilder vertreten werden von „den Ausländern, dem Islam, den Schwulen, den Juden, den Asylanten, den Flüchtlingen, der Presse, die da oben“ usw. 
Auch in unserem Landkreis gilt, sich beständig einzusetzen für ein friedliches Miteinander und für den Zusammenhalt unserer deutschen Gesellschaft, in der alle Menschen willkommen sind, welche die Werte unseres Grundgesetzes teilen und den Rechtsstaat und unsere parlamentarische Demokratie stützen.

 
Das bedeutet, das Recht auf freie Religionsausübung ohne Unterschied anzuerkennen. Das bedeutet ebenso, dass niemand die eigene kulturelle und religiöse Prägung als Deckmantel missbrauchen darf,  um Glaubens- und Gewissensfreiheit, die körperliche Unversehrtheit und die  Gleichberechtigung von Mann und Frau in Frage zu stellen oder Minderheiten zu diskriminieren. Wer das Gewaltmonopol des Staates missachtet oder Straftaten begeht, muss strafrechtlich verfolgt werden, vollkommen unabhängig von seinen etwaigen Motiven. 


Wir setzen uns dafür ein, dass der Schutz von Flüchtlingen mit ihren schweren Schicksalen und leidvollen Erfahrungen weiterhin ernst genommen wird. Jeder, der in unserem Land Schutz sucht, muss Anspruch auf ein faires und rechtsstaatliches Verfahren haben. Auch denjenigen, die wegen wirtschaftlicher Not und Elend in den Landkreis kommen und als Ergebnis eines rechtsstaatlichen Verfahrens keine Bleibeperspektive haben, ist mit Einfühlung und Respekt zu begegnen.

 
Wir rufen dazu auf, die Flüchtlings- und Einwanderungsdebatte im Landkreis sachlich und lösungsorientiert zu führen, keine Ressentiments zu schüren und keine parteitaktischen Interessen dabei zu verfolgen.  Wir rufen deshalb dazu auf, zur Europawahl wie zu den anstehenden Kommunalwahlen zu gehen, um die politischen Kräfte zu stärken, die ein einiges Europa wollen und die in den Städten und Kommunen unseres Landkreises ein friedliches Miteinander und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft voranbringen. 


Verabschiedet in der Vorstandssitzung des Kreisseniorenrates Schwäbisch Hall vom 30.1.2019, verabschiedet vom Gesamtvorstand am 7.3.2019 und von der Mitgliederversammlung am 4.4.2019 in Wolpertshausen