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Newsletter Nr. 8/2017
 
Liebe Leser und Leserinnen,
 

 
 
KDA: Sonderausgabe des Fachmagazins Pro Alter als Download  Sozialraumorientierte Ansätze für ein gelingendes Alter(n) Der KDA fordert, die vielfältigen Lebenslagen älterer Menschen gesellschaftlich stärker zu berücksichtigen. Nur durch eine Vernetzung von sozialen Ressourcen, durch die Teilhabe älterer Menschen am Gemeinwesen und durch vielfältige Wohnangebote könne die Idee einer sorgenden Gemeinschaft gelingen und der demografische Wandel aktiv gestaltet werden. In der Sonderausgabe des Fachmagazins Pro Alter nehmen Kuratorinnen und Kuratoren des KDA Stellung zu den kommunalen Handlungsfeldern des Siebten Altenberichts. Sie diskutieren, wie lokale Lebenswelten gestaltet werden müssen, um Teilhabe, Selbstbestimmung und Selbstständigkeit älterer Menschen nachhaltig zu gewährleisten. Zum Download auf der Webseite des KDA „Hoffnungsspaziergang“:  Meditativer Rundgang weckt die Lebensgeister  Prof. Dr. Angelika Zegelin hat Poster entwickelt, die – als Rundgang durch eine Klinik oder Alteneinrichtung aufgehängt – Hoffnung spenden können
 
Elf Poster mit Landschaften oder Gemälden möchten Hoffnung spenden für Patienten in Kliniken
oder Alteneinrichtungen. Sie sollten als Rundgang aufgehängt werden, am besten an anderen „hoffnungsspendenden“ Orten der Einrichtung wie der Kapelle, einem Fenster mit einem schönen Ausblick, dem Eingang zur Entbindungsstation, dem Garten oder einem Brunnen. Entwickelt hat die Idee die ehemalige Pflegewissenschaftlerin der Universität Witten/Herdecke, Prof. Dr. Angelika Zegelin, für den Verein Pflege e.V.  „Der Rundgang bietet Hoffnung, weil einmal die Bilder selber wirken, andere Bilder und Assoziationen im Kopf der Patienten frei setzen und ganz einfach, weil sie als Haltestellen die Patienten motivieren, sich zu bewegen“, erklärt sie den Ansatz. Sie empfiehlt, vor den „Haltestellen der Hoffnung“ Sitzgelegenheiten zu schaffen und damit Orte, an denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Seelsorge oder Psycho-Onkologie mit Patientinnen und Patienten über die Bilder ins Gespräch kommen können. Auch Angehörige könnten einbezogen werden, eine hauseigene Broschüre sollte auf das Angebot aufmerksam machen und dazu anleiten, dass sich Patienten und Besucher auf den Weg machen.  „Hoffnung ist eine unserer ganz großen menschlichen Ressourcen, sie kann ungeheure Kraft entfalten. Wenn wir krank sind, trägt sie uns durch schwere Zeiten und lässt Menschen eher genesen“, beschreibt Zegelin die Wirkung der Bilder. „Hoffende setzen sich Ziele, bemerken kleine Fortschritte, suchen nach Sinn. Elemente von Hoffnung sind gute Erinnerungen, der Blick nach vorne, Naturerlebnisse und ein Gespür für alltägliche Freuden.“ Weitere Informationen auf der Webseite der Stiftung Pflege e.V. DZA:

Hohe Wohnzufriedenheit, aber wenig Barrierefreiheit  Die meisten Menschen möchten auch im Alter zu Hause leben. Die Zufriedenheit mit dem Zuhause ist hoch: Fast 90 Prozent der Menschen in der zweiten Lebenshälfte schätzen ihre Wohnsituation als gut ein. Dieses Ergebnis sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wohnungen der 40- bis 85-Jährigen oft Barrieren aufweisen, die den Alltag beschwerlich machen, vor allem für Menschen, die eine Gehhilfe, einen Rollator oder einen Rollstuhl nutzen.   Tatsächlich geben nur 3 Prozent der 40- bis 85-Jährigen an, dass ihre Wohnung oder ihr Haus barrierereduziert ist, sie also einen barrierefreien Zugang zur Wohnung haben und sich außerdem auch innerhalb der Wohnung ohne Barrieren bewegen können.  Treppen oder Stufen vor der Eingangstür sind Barrieren, die beim Zugang zur Wohnung leicht zum Hindernis werden. Nur etwa ein Fünftel der Befragten berichten von einem stufenfreien Zugang. Auch von den Personen, die Mobilitätshilfsmittel nutzen, gelangen nur etwa 24 Prozent in die Wohnung, ohne Stufen überwinden zu müssen.  Ähnlich wie mit dem Zugang zur Wohnung verhält es sich mit der Bewegungsfreiheit innerhalb der Wohnung. Stufen und höhere Schwellen sind potenzielle Sturzauslöser und sie erschweren die Beweglichkeit mit dem Rollator oder Rollstuhl innerhalb der Wohnung. Nur gut 40 Prozent aller Befragten können alle Zimmer stufenfrei erreichen. Von den auf Mobilitätshilfsmittel Angewiesenen sind dies immerhin 62 Prozent. Weniger problematisch ist die Situation bei den Barrieren durch Türschwellen: Fast drei Viertel aller Befragten geben an, keine oder nur niedrige Türschwellen innerhalb der Wohnung zu haben.  
Datengrundlage  Die Ergebnisse beruhen auf dem Deutschen Alterssurvey (DEAS) aus dem Jahr 2014, einer bundesweit repräsentativen Studie der 40- bis 85-jährigen Wohnbevölkerung. Der DEAS wird seit 1996 in regelmäßigen Abständen unter wissenschaftlicher Leitung des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) durchgeführt. Gefördert wird die Studie durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).  Weiterreichende Befunde zur Barrierefreiheit finden Sie in der Buchpublikation „Altern im Wandel. Zwei Jahrzehnte Deutscher Alterssurvey (DEAS)“, herausgegeben von Katharina Mahne,
Julia K. Wolff, Julia Simonson und Clemens Tesch-Römer, sowie im aktuellen DZA-Fact Sheet Barrierefreiheit in den Wohnungen der 40- bis 85-Jährigen.
(Quelle DZA-Newsletter vom 27.9.2017)

Pflege Was zählt wirklich bei der Heim-Bewertung?  Weil der geltende „Pflege-TÜV“ mit seinen Noten in der Kritik steht, sollte bis Ende 2017 ein neues Bewertungssystem für Pflegeheime vorliegen: transparent, qualitätsorientiert, nutzerfreundlich. Eigentlich. Doch der von der schwarz-roten Bundesregierung beauftragte Qualitätsausschuss mit den Spitzenverbänden der Pflegeanbieter und -kassen kann frühestens 2019 liefern. Was ebenfalls Kritik hervorruft: „Das geht zulasten der Ratsuchenden", urteilt Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung. „Schon heute wäre es ohne großen Aufwand möglich, entscheidungsrelevante Informationen bereitzustellen." Gesagt, getan: Den starken Worten ließ die Gütersloher Stiftung eine repräsentative Umfrage folgen, die den tatsächlichen Informationsbedarf der Nutzer verdeutlicht.  Was wollen Pflegebedürftige wissen? Hintergrund der Umfrage ist die Befürchtung, dass sich die Akteure der Selbstverwaltung nicht nur später als nötig, sondern auch zulasten der Verbraucher einigen könnten. Bereits vorher hatte die Bertelsmann Stiftung im Rahmen des Internetportals „Weiße Liste“ ihr „Reformkonzept zur verbraucherorientierten Qualitätsberichterstattung in der Pflege“ vorgestellt. Diese Überlegungen werden jetzt anhand der Umfrage durch ein aktuelles Meinungsbild der Bevölkerung ergänzt: Welche Qualitätsmerkmale von Pflegeheimen sind den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen wirklich wichtig, welche entscheidungsrelevanten Informationen erwarten sie? Wichtige Ergebnisse im Überblick:      Großer Wissenshunger Der Informationsbedarf der Bevölkerung zu Angebot und Qualität von Pflegeheimen ist riesig: Jeder dritte Deutsche über 50 Jahre (32 %) hat bereits einmal für sich oder jemand anderen nach einem Pflegeheim gesucht, bei den Befragten über 60 Jahre sind es 38 Prozent. Bereits junge Menschen machen sich auf die Suche (18 – 29 Jahre: 14 %) – mit zunehmenden Jahren immer häufiger.  Die Sorge, nicht das richtige Pflegeheim zu finden  Die Ergebnisse belegen, dass die Hälfte der Befragten fürchtet, im Bedarfsfall nicht das passende Heim zu finden, weil ihnen wichtige Informationen zur Entscheidungsfindung fehlen. Ebenfalls wenig schmeichelhaft für den bestehenden Pflege-TÜV: Der Anteil der Menschen mit dieser Befürchtung ist unter denjenigen, die schon einmal ein Heim gesucht haben, mit 23 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei den Unerfahrenen (11 %).  Wer suchet, der findet große Qualitätsunterschiede Wer schon einmal gesucht hat, bekommt einen Blick für gravierende Qualitätsunterschiede zwischen den Einrichtungen. Mehr als die Hälfte der Deutschen (55 %) sieht laut Studie „sehr starke“ bzw. „eher starke“ Qualitätsunterschiede zwischen den Heimen. 63 Prozent aller Befragten befürchten Personalmangel; bei denen, die schon gesucht haben, sind es 73 Prozent.  Auswahlkriterien für Pflegeheime Aufschlussreich ist die Rangfolge der Auswahlkriterien bei der Suche: Qualität von Pflege und Betreuung (86 %), Anzahl des Personals (75 %), fachliche Qualifikation (74 %) und Engagement des Personals (70 %) führen die Präferenzen an. Die Personalsituation ist den Verbrauchern also außerordentlich wichtig. Dann folgen das Preis-Leistungsverhältnis, Verpflegung und hauswirtschaftliche Versorgung sowie Komfort und Ausstattung des Hauses. Fazit der Befragung: „Es gibt eine große
Anzahl an möglichen Kriterien zur Auswahl eines Pflegeheims. Welche das sind und wie diese gewichtet werden, ist individuell verschieden.“  Erwünscht: Fakten, Fakten, Fakten  88 Prozent der interessierten Bürger wünschen mehr Informationen zum Personaleinsatz, 95 Prozent zur Pflegequalität und 92 Prozent zur Ausstattung der Heime. 82 Prozent der Befragten meinen, dass die Prüfberichte der Heimaufsichten in allen Bundesländern veröffentlicht werden müssten, 74 bzw. 78 Prozent befürworten die Veröffentlichung der Ergebnisse von Bewohner-, Angehörigen- sowie Mitarbeiterbefragungen.  Nicht das beste, sondern das passende Heim finden Im Zusammenhang mit den Umfrageergebnissen thematisieren die Autoren zentrale Eckpunkte für eine zukünftige Qualitätssicherung und -berichterstattung. So sollen zum Beispiel alle Informationen online verfügbar sein und spezielle Filter- und Sortierfunktionen eine maßgeschneiderte Suche ermöglichen. Dabei soll die „Engführung auf pflegerische Ergebnisqualität“ zugunsten eines vielfältigen und weitgespannten Kriterienkatalogs aus Verbrauchersicht möglichst vermieden werden. Insgesamt, so die Autoren, gilt es nicht das beste Heim zu finden, sondern das passende. Zum Beispiel: Hat der Pflegebedürftige eine Behinderung, darf er ein Haustier mitbringen, gibt es eine gemeinsame Hobbywerkstatt? Weiterhin bietet es sich an, das Erfahrungswissen aller an der Pflege Beteiligten, vor allem der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen, in die Berichterstattung einzubinden.  Zusätzlich sollten Kassen und Anbieter den Personalschlüssel des Heims offenlegen und über die Qualifikation der Mitarbeiter Auskunft geben. Pflegequalität muss durch verständliche Orientierungshilfen ablesbar sein – verdeutlicht zum Beispiel durch Piktogramme wie Warndreieck und grünen Daumen. Eine kaum verhüllte Kritik an den wenig aussagefähigen Bestnoten beim aktuellen Pflege-TÜV war nämlich: Vor schlechten Anbietern sollte gewarnt, gute Anbieter sollten hervorgehoben werden. Die erhobenen Rohdaten über Pflegeanbieter könnten dann zur freien Verfügung als Open Data im Netz bereitstehen.    Stefan Etgeton / Johannes Strotbek, Umfrageergebnisse: Verbraucherorientierte Qualitätsberichterstattung in der Pflege. Hrsg.: Bertelsmann Stiftung, Juli 2017, 14 Seiten  Download  Weitere Informationen zum Reformkonzept:   www.weisse-liste.de/public-reporting-pflege/  www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/eckpunkte-fuer-ein-reformkonzeptzur-qualitaetspruefung-und-berichterstattung-in-der-pflege/

Pflege Green Care: Lieber Bauernhof statt Altenheim Inmitten blühender Obstwiesen leben, morgens und abends Hühner und Hahn versorgen, bei der Gartenarbeit oder im Kartoffelverkauf mithelfen, in ständiger Interaktion mit Mensch, Tier und der Natur sein – für viele Senioren ein Traum. Doch der Weg dahin ist weit. „Die neue Landlust: Bauernhof statt Altenheim“, die Ausgabe 2/17 der Zeitschrift „Pro Alter“ vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Potenzial von Green-Care-Angeboten für Senioren.  Kleines Pflänzchen mit Potenzial 
Bundesweit gibt es derzeit rund 20 landwirtschaftliche Betriebe, die Wohnangebote oder Tagespflege für ältere Menschen vorhalten – eine sehr überschaubare Zahl. Forscher wie die Agrarwissenschaftlerin Claudia Busch vom Zukunftszentrum Holzminden-Höxter sind jedoch überzeugt: Betreuungsangebote für ältere Menschen auf dem Land werden zunehmen.  Betreuungsangebote für Senioren: Viel Aufwand ...  Dass bisher erst wenige landwirtschaftliche Betriebe hierzulande Betreuungsangebote für Senioren anbieten, hat einen simplen Grund: Es braucht viel Pioniergeist, Mut und vor allem Durchhaltevermögen, sind sich die Autoren in dem KDA-Schwerpunktheft einig. Es reicht nicht, ein paar leerstehende Zimmer in Seniorenwohnungen umzufunktionieren. Gesetzliche Bestimmungen und Auflagen, beispielsweise der Heimaufsicht, müssen bedacht, Investitionen (z. B. Treppenlift) getätigt und Beschäftigungsangebote vorgehalten werden. Je nach Pflegegrad ist qualifiziertes Pflegepersonal vor Ort erforderlich, bei Tagespflegeangeboten muss der Transport der Senioren zu den Gehöften organisiert werden.  ... aber auch Chancen für die Landwirte Andererseits kann ein solches Angebot eine Chance für Landwirte sein, ist das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten überzeugt: „Service-Wohnen auf dem Bauernhof ist ein denkbarer neuer Betriebszweig, um die bäuerliche Existenz im ländlichen Raum zusätzlich zu sichern“, heißt es auf der Webseite des Ministeriums unter dem Stichwort „Erwerbskombination“. Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bieten interessierten Betrieben dazu Hilfe zur Selbsthilfe an.  In Schleswig-Holstein läuft seit rund zwei Jahren ein gemeinsames Projekt „Bauernhöfe als Orte für Menschen mit Demenz“, getragen von der Landwirtschaftskammer und dem Kompetenzzentrum Demenz in Norderstedt. „Bisher wurden acht landwirtschaftliche Betriebe gecoacht, vier haben sich bereits für eine niedrigschwellige Betreuung qualifiziert“, sagt Anneke Wilken vom Kompetenzzentrum.  Landwirtschaft bietet positives Umfeld Hilfestellung für interessierte Bauern will auch das Projekt „Lebensabend im Dorf. Seniorenangebote auf landwirtschaftlichen Betrieben“ (VivAge) leisten, das vom Bundesbildungsministerium gefördert wird und beim Zukunftszentrum Holzminden-Höxter angesiedelt ist. „Positive Effekte der landwirtschaftlichen Umgebung vor allem auf Demenzkranke sind bereits nachgewiesen. Formale Hindernisse könnten diese pragmatische Lösung jedoch verhindern, da Altenhilfe und Landwirtschaft in der deutschen Politik und Verwaltung vollkommen getrennt strukturiert sind“, beschreiben die Projektverantwortlichen.  „Gebrauchsanleitung“ für Betriebe Im Rahmen des Projekts werden derzeit vier Modelle für verschiedene Betreuungsmöglichkeiten entwickelt – von stundenweisen Angeboten zur Alltagsgestaltung bis hin zu einer Rundum-Betreuung – und anschließend an die gültigen Rahmenbedingungen des Landes Niedersachsen angepasst. „Daraus soll dann eine Art Gebrauchsanleitung für interessierte Betriebe entstehen“, meint Expertin Claudia Busch vom Zukunftszentrum im Interview mit Pro Alter.     In kleinen Dörfern ist die Ortsbindung alter Menschen oft stark ausgeprägt. Durch die zunehmende Frauenerwerbstätigkeit und die Landflucht junger Menschen fehlen jedoch Unterstützungsmöglichkeiten. Das führt immer häufiger zu Versorgungslücken. „Wohnangebote für Senioren sind daher in jedem Fall ein wichtiges Thema im Bereich der ländlichen Entwicklung“, meint Busch.  Vorreiter Niederlande und Norwegen Andere Länder haben dies schon länger erkannt: In Norwegen und den Niederlanden gibt es beispielsweise eine langjährige Green-Care-Praxis mit jeweils mehr als 1.000 Betrieben. Dabei werden nicht nur Betreuungsangebote für Senioren vorgehalten, sondern auch weitere Zielgruppen wie Kinder oder Menschen mit Behinderung bedient. Es gibt in den Niederlanden sogar ein eigenes „GreenCare-Gütesiegel“, mit dem rund drei Viertel der Pflege-Bauernhöfe ausgezeichnet sind.  Pflege-Bauernhöfe: eine echte Alternative  In einer Studie hat die Universität Maastricht zwei Pflege-Bauernhöfe mit einem Rund-um-die UhrAngebot mit anderen kleinräumigen Einrichtungen und klassischen Pflegeheimen verglichen. Ergebnis: Pflege-Bauernhöfe sind eine echte Alternative. Die Versorgung sei im Hinblick auf Mitarbeiterqualifikation, Pflegedokumentation und Sicherheitsstandards qualitativ vergleichbar mit der Versorgung im Heim. Allerdings: „Zur Qualität der Arbeit der Pflegenden können wir noch keine eindeutige Schlussfolgerung ziehen“, so die Studienautoren. Hier müssten Wege aufgezeigt werden, um die Qualität der Versorgung zu stabilisieren.  Vom Bauernhof lernen Derzeit arbeiten die Maastrichter Forscher an einem spannenden Folgeprojekt: Sie untersuchen, wie erfolgreiche Bestandteile der Pflege-Bauernhöfe in herkömmliche Pflegeeinrichtungen übertragen werden können.  Fazit: Gute Idee, langer Atem Mit dem Thema „Bauernhof statt Altenheim“ setzt das KDA einen interessanten Schwerpunkt: Pflegeplätze auf dem Bauernhof sind eine wertvolle Ergänzung im Spektrum der Pflegeeinrichtungen. So bieten sie älteren Menschen mehr körperliche Aktivität und soziale Interaktion mit Mensch, Tier und Natur als herkömmliche Einrichtungen. Gleichzeitig können sie Landwirten zusätzliche Erwerbsmöglichkeiten verschaffen und die dörflichen Strukturen stützen.  Die Umsetzung gestaltet sich derzeit noch schwierig; landwirtschaftliche Betriebe, die hier tätig werden wollen, müssen einen langen Atem haben. Forscher machen sich jetzt jedoch daran, praktikable Modelle zu entwickeln. Dabei könnte das KDA als Motor und Koordinator einer Green-CareInitiative in Deutschland eine wichtige Rolle spielen.    Die neue Landlust – Bauernhof statt Altenheim, Pro Alter 02/2017, S. 14-35, Hrsg.: Kuratorium Deutsche Altershilfe, www.kda.de  Nähere Informationen zum Projekt VivAge  Demografie

Die Katastrophe fällt aus, aber die Probleme bleiben Deutschland vergreist – Gefahr für den Standort, Wohlstand ade! Die Diskussion um den demografischen Wandel hat in den vergangenen Jahren manches Schreckensbild heraufbeschworen. Sicher, den Kopf in den Sand zu stecken ist keine Option. Doch der Alarmknopf hat erst mal Pause: Bisher konnte Deutschland die Alterung der Gesellschaft durch eine höhere Erwerbsbeteiligung ausgleichen. Eine erfreuliche Entwicklung, die sich von der Öffentlichkeit fast unbemerkt vollzogen hat und den anhaltenden Konjunkturboom befeuert. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) analysiert die Lage, macht aber auch deutlich: Der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt wird nicht endlos fortwirken. Politik und Wirtschaft sind gefragt, rechtzeitig gegenzusteuern.  62 Millionen erwerbsfähige Menschen  Deutsche Statistiken legen bei der Messung der Erwerbsfähigkeit eine Altersspanne von 15 bis 64 Jahren zugrunde, die internationale Arbeitsorganisation (ILO) bis 74 Jahre. Doch egal, welche Methode man präferiert: Die Zahl der Menschen hierzulande im erwerbsfähigen Alter ist zwischen den Jahren 2000 und 2012 gesunken. „Anschließend kam es zu einem Anstieg, der die vorhergehenden Verluste längst nicht ausgleichen konnte“, schreiben die DIW-Ökonomen Karl Brenke und Marius Clemens. In Deutschland leben heute 62 Millionen erwerbsfähige Menschen zwischen 15 und 74 Jahre.  Mehr Frauen und Ältere im Erwerbsleben  Ein Grund für diese Entwicklung ist die wachsende Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Menschen. Zwar hat die Erwerbsbeteiligung in den meisten europäischen Ländern zugelegt, in Deutschland jedoch besonders stark. So stieg die Erwerbsquote bei den 55- bis 59-Jährigen von 80 auf 83 Prozent, bei den 60- bis 64-Jährigen von 48 auf 59 Prozent. „Der Anstieg bei den Frauen fiel dabei deutlich stärker aus.“ Kräftige Zuwächse zeigen sich – wenngleich auf niedrigem Niveau – bei Menschen, die das gesetzliche Rentenalter schon erreicht haben: „Das heißt, man arbeitet oftmals weiter, obwohl man eigentlich in Rente gehen könnte.“  Zuwanderer vermehrt auf dem Arbeitsmarkt  Die Zuwanderung wirkt sich ebenfalls auf die Erwerbsbeteiligung aus. Bei EU-Ausländern in Deutschland war sie im Jahr 2016 höher als bei Deutschen. Diese Zuwanderer, oft unter 30 Jahre alt, weisen eine für den Arbeitsmarkt günstige Altersstruktur auf, günstiger noch als bei jungen Deutschen. Anders sieht es bei Zuwanderern aus Nicht-EU-Ländern aus. Hier lag die Erwerbsquote weit unter dem Durchschnitt. Ursachen sind die häufig fehlende Arbeitserlaubnis und das traditionelle Rollenbild, das Frauen vom Arbeitsmarkt fernhält.  Eindeutig: Arbeitskräftepotenzial schrumpft bis 2040 Soweit der Rückblick. Wie aber steht es um das künftige Arbeitskräftepotenzial? Die Autoren erwarten eine „erhebliche Zunahme der Herausforderungen“, weil die Babyboomer ins Rentenalter kommen. Dieser Umbruch wird einen deutlichen Rückgang der Arbeitskräfte mit sich bringen. Das belegen fünf Modellrechnungen mit unterschiedlichen Szenarien (z. B. gleichbleibendes Erwerbsverhalten, Anstieg der Erwerbsquote, Wanderungsgewinne). Sogar eine besonders optimistische Variante, die sich an der Schweiz mit ähnlicher Wirtschaftsstruktur und höherer Erwerbsquote orientiert, kommt zum ähnlichen Ergebnis. Die Schlussfolgerung ist eindeutig: „In allen Szenarien schrumpft das Erwerbspersonenpotenzial bis 2040 – es variieren lediglich das Ausmaß und der Zeitpunkt, ab dem es zu einer Abnahme kommt.“  Zuwanderung ja, Frühverrentung nein  Dieses Fazit nimmt DIW-Forscher Brenke zum Anlass, den Akteuren in Politik und Wirtschaft entschlossenes Handeln zu empfehlen. Zum einen sei die Zuwanderung insbesondere von qualifizierten Menschen mit entsprechend hoher Erwerbsquote erforderlich. Man müsse dafür sorgen, die Politik der Vergangenheit nicht weiter fortzusetzen. „Das heißt, dass wir Humankapital über Frühverrentungsprogramme stilllegen. So etwas sollte man aufgeben; das passt nicht mehr in die Zeit.“ Die Autoren wenden sich ebenso gegen die „Rente mit 63“ als kontraproduktiv und gegen die Förderung der Altersteilzeit bei Steuern und Sozialabgaben.  Diese Positionen des arbeitgebernahen DIW überraschen nicht. Allerdings schweigt sich die Studie darüber aus, was die Unternehmen selbst gegen den von ihnen maßgeblich geförderten Trend zur Frühverrentung tun wollen.    Karl Brenke / Marius Clemens, Steigende Erwerbsbeteiligung wird künftig kaum ausreichen, um den demografischen Wandel in Deutschland zu meistern, in: DIW-Wochenbericht Nr. 35, 08/2017, hg. von Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Seite 675 bis 685  Download  Buchempfehlung


Axel Hacke: Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen Kunstmann Verlag, München 2017, 180 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-95614-200-0    Axel Hacke (61) gilt als launiger Spötter und Meister der geschliffenen Formulierungen. Das neue Buch des Bestsellerautors ist ein nachdenkliches Plädoyer über so etwas scheinbar Altmodisches wie „Anstand“. Der Kolumnist der Süddeutschen Zeitung (SZ) denkt assoziativ über das Zusammenleben von Menschen nach und fragt sich: Was bedeutet es für jeden einzelnen, wenn im Wirtschaftsleben offensichtlich mit Erfolg betrogen wird? Wenn Rücksichtlosigkeit und Niedertracht an die Macht drängen und dreist lügende Staatenlenker ohne die geringste Spur von Anstand sich brutal durchsetzen? Wenn öffentlich ohne jede Scham in sogenannten sozialen Netzwerken mit hasserfülltem Shitstorms gegen alle Regeln des Anstandes verstoßen wird. In seinem neuen Buch geht es dem preisgekrönten Journalisten um „grundsätzliche Solidarität mit anderen Menschen und um die Frage, wie wir miteinander umgehen“.  Anstand ist ein schillernder Begriff und weit mehr als gute Manieren Anstand ist für Axel Hacke zunächst ein „schillerndes Wort und zugleich ein ziemlich schwammiger Begriff“. Der Schriftsteller weiß, dass die meisten unter Anstand zunächst das verstehen, was man landläufig als simple Benimmregeln oder gute Manieren bezeichnet: Die Suppe nicht zu schlürfen, die Tür aufzuhalten. Gemeint ist das persönliche Empfinden, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Dazu gehört auch: Den kranken Freund zu besuchen, selbst wenn man wenig Zeit hat; sich an der Supermarktkasse nicht vordrängeln, auch wenn man es eilig hat. Aber ist man schon ein anständiger Mensch, wenn man im Bus für ältere Menschen aufsteht?  Es tobt ein ganzer Ozean der Anstandslosigkeit um die Welt „Als ich anfing mich mit dem Begriff zu beschäftigen, wollte ich genau das für mich klären: Was ist Anstand? Im Grunde versteht jeder etwas anderes darunter“, so Axel Hacke im anregenden Gespräch mit unserer Autorin. Der preisgekrönte Journalist beobachte schon seit geraumer Zeit: „Es tobt nicht bloß eine Welle, sondern ein ganzer Ozean der Anstandslosigkeit um die Welt“. Wer kann nicht eine Geschichte erzählen, wie er im Schwimmbad, auf der Straße, im Kindergarten oder im Internet wegen einer Nichtigkeit aufs Übelste beschimpft und unflätig beleidigt wurde. Was den SZ-Kolumnisten fassungslos macht: Es ist nicht nur Donald Trump, die ganze Welt ist rücksichtsloser geworden. Trump ist nur der, der am lautesten schreit. Wir haben uns offenbar an ein „unbegreifliches Ausmaß an Schäbigkeit“ gewöhnt.  „Der Zwischenton, das Differenzierte, die Nuance ist in der digitalen Welt nicht sonderlich ausgeprägt.“ Respektlosigkeit ist nicht erst seit Donald Trump salonfähig geworden. Salonfähig ist für Hacke ein anderes Wort für Gewöhnung.  Bei Anstand geht es um mehr als Manieren à la Knigge Die Gewöhnung ist für den Autor mehr als ein moralisches Problem. „Hier werden Standards gesetzt, die das „Funktionieren unserer Gesellschaft“ erschüttern“. Die Begriffe „Anstand“ und „anständig sein“ halten viele Ältere noch für etwas Antiquiertes aus der Kindheit. Nach dem Motto: Setz dich anständig hin, geh‘ nicht ohne Hut aus dem Haus, bleib anständig – all das, was man landläufig unter gutem Benehmen à la Knigge versteht. Das gehört für Axel Hacke zwar dazu, sollte aber „durch meine Suche beiseitegeschoben werden“. Der Korrespondent von vielen Fußball-Weltmeisterschaften stellt fest: „Liest man den Ur-Knigge, der erstmals 1788 erschien, geht es um Anstand nur am Rande. Im Vordergrund steht, wie man Menschen grundsätzlich sieht und mit ihnen umgeht. Vor allem geht es um „alle Arten von Menschen“ – und darum geht es auch in meinem Buch“, so Axel Hacke. „Einfache Dinge, wie sich selbst nicht in den Vordergrund stellen oder sich an Regeln halten, selbst wenn gerade mal keine Kamera läuft.“ 
Im Leben nicht nur das Eigene im Blick haben  Axel Hacke geht es in erster Linie auch um den Verlust von Respekt und Höflichkeit, was der vierfache Vater die „weichen Werte des Zusammenlebens“ nennt. Dass er das aktuelle Buch seinen Kindern gewidmet hat, ist kein Zufall. „Das gehört doch zum gesamten Leben: ihnen beizubringen, was es bedeutet, im Leben nicht nur das Eigene im Blick zu haben, sondern auch an andere Menschen zu denken“, beteuert Axel Hacke vehement. „Das ist für mich der Kern, was man unter Anstand versteht und verstehen kann.“ Sein Gegenüber so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, das ist für den Autor eine Art „Prozess der Zivilisation“. Interessant ist in Zeiten von Bankenkrisen seine Entdeckung, dass das Wort „bürgerlicher Anstand“ in der linken Sozialphilosophie mit „unanständigem Reichtum“ verknüpft wird und mit dem Appell, „seine Gier im Zaum zu halten“.  Etwas für die Gemeinschaft zu tun, ohne viel Geld zu erhalten.  Aufschlussreich erlebt es der Volksschriftsteller, wie der renommierte Journalist liebevoll genannt wird, „dass Anstand jetzt gerade wieder ein Thema ist, nach Jahrzehnten des Egoismus“. Dazu gehört für den Kolumnisten, dass die Wehrpflicht 2011 einfach abgeschafft wurde, und zwar als Theodor von Guttenberg Verteidigungsminister war. „Keinerlei Diskussion über ein verpflichtendes soziales Jahr. Seitdem fehlt es einfach, etwas für die Gemeinschaft zu tun, ohne dafür viel Geld zu erhalten. Das ärgert mich bis heute.“  Für Axel Hacke ist Anstand eine Haltung und eine Art „sozialer Schmierstoff, der jede beliebige Gesellschaft zum Funktionieren bringt“. Dazu gehören aber auch die dunklen Seiten der 50er Jahre: Kindern prügelnd Anstand einzubläuen oder Mädchen mit dem Verlust der gesellschaftlichen Stellung zu drohen, wenn sie nicht anständig bleiben. Der Autor verleugnet nicht seinen Schock, als er feststellte, dass auch ein Massenmörder wie Heinrich Himmler für sich und seine Kumpane in Anspruch nahm, anständig zu sein. Dass für SS-Männer ein Grundsatz war, „ehrlich anständig, treu und kameradschaftlich zu sein“, was ihnen immer wieder gepredigt wurde.  Was Anstand betrifft, primär erst bei sich selbst gucken  Nach seinem Artikel über die „Umgangsform Anstand“ in der ZEIT bekam Axel Hacke hunderte Leserbriefe. Ihm fiel auf, dass die meisten hauptsächlich anderen vorwerfen, nicht anständig zu sein, sich unerträglich zu verhalten. „Mir gefällt nicht, wenn man nur auf andere Leute schaut. Nach dem Motto, was mein Nachbar gemacht hat, finde ich schlimm, die anderen sind böse, ich dagegen bin anständig. Anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen, plädiert der „Melancholiker mit den Breitcordhosen“, wie Kollegen Axel Hacke nennen, in seinem Buch vehement dafür: „Was Anstand betrifft, primär erst bei sich selbst gucken. Das ist das Einzige, was man letztendlich im Leben wirklich ändern kann.“ Dazu schreibt der Autor: „Ein Empfinden dafür, dass wir alle das Leben teilen, das gilt für die großen und grundsätzlichen Fragen des Lebens genauso wie für die kleinen alltäglichen Situationen“.  Marc Aurel empfiehlt: Unbeirrt freundlich oder wohlwollend sein.  Immer wieder nimmt Axel Hacke Bezug auf Klassiker der Literatur: Albert Camus („Die Pest“), Hans Fallada („Kleiner Mann was nun“), Erich Kästner („Warnung vor Selbstschüssen“), Norbert Elias („Über den Prozess der Zivilisation“) oder die Philosophen Immanuel Kant und Dieter Thomä. Zum anderen diskutiert der Wahl-Münchner mit namenlosen Freunden beim Bier ernsthaft über „Anstand in schwierigen Zeiten“. Sie landen am Ende der Überlegungen beim römischen Kaiser und Philosophen Mark Aurel. „Der empfiehlt, unbeirrt freundlich oder wohlwollend zu sein, auch noch so boshaften, unanständigen, hinterhältigen Menschen grundsätzlich immer erst einmal freundlich zu begegnen“. Für Axel Hacke überraschend: „Ein römischer Kaiser, der die Christen verfolgte und in seinen Schriften ganz christliche Gedanken hatte“.  Die größte Sorge der Menschen weltweit ist, „ausgestoßen zu sein, als Individuum zu verschwinden“. Und die Sehnsucht der meisten Menschen ist, „gebraucht und anerkannt zu werden“, schreibt Hacke. Die Globalisierung und die Digitalisierung erzeugen aber das Gefühl, ausgeliefert zu sein oder die Kontrolle über sein Leben zu verlieren. „Was wäre, wenn diese Sehnsüchte und Sorgen zu genau jenen Verhaltensweisen führen, die jeden Anstand vermissen lassen?“, fragt der Autor abschließend.  Zum Anständigsein gehört seiner Meinung nach: Freundlichkeit, Neugier auf Menschen, für andere da zu sein. Und dabei vielleicht am Ende ein wenig Demut, auch etwas Neugier auf anders denkende Menschen zu entdecken. „Es geht, wenn wir vom Anstand reden, um die Essenz des Menschen, um das Zusammenleben als Einzelner mit anderen. Und dieses Zusammenleben bedeutet nicht, gegen andere anzukämpfen, sondern etwas für sie zu tun.“ Damit Menschen, die versuchen, ein anständiges Leben zu führen, nicht letztlich die Dummen sind.  Fazit: Keine Anstandsfibel Ohne einzelne Kapitel oder Überschriften begleitet man den Autor neugierig über 180 Seiten, wie er Informationen sammelt. Was wurde schon vor Jahrhunderten zum Thema Anstand und dem Umgang damit gedacht? Dazu kommen Fakten und Anekdoten, Geschichten aus dem aktuellen politischen Leben, von denen man so oder so schon mal gehört hat. Axel Hacke mischt klug und differenziert Zitate und Gedanken mit aktuellen Beobachtungen und stellt fest: Den Jungen und längst auch vielen Alten fehlt oft jedweder Anstand. Trotzdem ist das Buch „keine Anstandsfibel“.  „Meine Gedanken verstehe ich als Vorschlag, dass jeder sich selbst fragt: Was bedeutet Anstand in meinem Leben?“, erläutert Axel Hacke. Letztendlich zählen für jeden Menschen zwar andere Dinge, aber es geht darum: Sein Gegenüber so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. Wir schulden unserem Gegenüber, selbst wenn sie uns fremd sind, wir sie vielleicht unverschämt oder dumm finden, trotzdem den Versuch jener freundlichen Solidarität, die die Grundlage dessen ist, was wir menschlichen Anstand nennen könnten.“    Weitere Informationen: www.zeit.de/2017/35/anstand-gesellschaft-zusammenleben-ruecksicht

ZURÜCK ZUR ETHIK?   Ärzte gegen Ökonomisierung in der Medizin     Als Reaktion auf die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens hat die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) den neuen Klinik Kodex „Medizin vor Ökonomie“ ins Leben gerufen. Mit dieser Verhaltensmaxime verpflichten sich Mediziner, ihr ärztliches Handeln stets am Wohl des Patienten auszurichten, mit „absolutem Vorrang gegenüber ökonomischen Überlegungen“. Gleichzeitig sollen sich Ärzte im beruflichen Alltag und insbesondere in der Argumentation gegenüber rein wirtschaftlich orientierten Handlungsvorgaben auf den Kodex berufen können. Ziel ist zudem, das Vertrauen von Patienten und Bevölkerung zurückzuerobern. Wirtschaftliche Fehlanreize im Krankenhaus „Wachsender Kostendruck und ökonomisch orientierte Zielvorgaben im Klinikbetrieb behindern den ureigenen Auftrag von Ärzten, dem Wohl aller Patienten nach bestem ärztlichen Wissen zu dienen und Jedem eine leitliniengerechte und fürsorgliche Medizin sowie solidarische Hilfe zukommen zu lassen“, sagt Professor Dr. med. Petra Maria Schumm-Draeger, stellvertretende Vorsitzende der DGIM. „Die Folgen für Patienten sind gravierend.“ Die wirtschaftlichen Fehlanreize führten zu einer Überversorgung in gut bezahlten Domänen, etwa der Gerätemedizin mit MRT, CT oder Röntgen. Gleichzeitig haben sie Unterversorgung in der nicht ausreichend vergüteten sprechenden Medizin mit Ärztemangel und langen Wartezeiten zur Folge. Stark betroffen hiervon ist beispielweise die Behandlung von betreuungsintensiven Volkskrankheiten wie Diabetes oder Rheuma. Patienten schützen Der Klinik Kodex sei ein weiterer Vorstoß der DGIM, um Ärzte und Patienten vor der Entwicklung hin zur ökonomisch geleiteten Medizin zu schützen. „Klinikärztinnen und -ärzte müssen im klinischen Arbeitsalltag zum Teil viel Zeit und Kraft in Rechtfertigungen und Begründungen investieren, warum sie sich im Sinne ihrer Patienten entscheiden“, sagt sie. Mit dem Klinik Kodex wolle man Orientierung und Solidarität bieten, auch indem er konkret auf den heutigen Klinikalltag zugeschnittene Haltungs- und Verhaltensempfehlungen gebe. Der Geschäftsführer von GESUNDHEIT AKTIV, Stefan Schmidt-Troschke, bewertet die Initiative positiv: „Eigentlich sollte es ja selbstverständlich sein, dass Ärzte in erster Linie der angemessenen Versorgung ihrer Patienten verpflichtet sind. Doch die Realität sieht längst anders aus. Gemacht wird, was Geld bringt. Die sogenannte sprechende Medizin wird hingegen kaum vergütet. Aber ehrlicherweise müssten Ärzte zugeben, dass sie an dieser Entwicklung mit ihrer Fokussierung auf ‚höher, weiter, schneller’ in der Medizin nicht ganz unschuldig sind. Ob die Patienten das überhaupt wollten, hat keiner gefragt. Heute empfinden auch viele Ärzte die zunehmende Ökonomisierung als belastend und bemühen sich, die Büchse der Pandora wieder zu schließen. Hoffentlich kann der Kodex zu einem Wertewandel beitragen.“ Quelle: „Klinik Kodex: Internisten prangern Ökonomisierungsdruck an“, Deutsches Ärzteblatt,

19. September 2017 Bundessozialgericht: Klarstellung zum Ehrenamt wünschenswert 8. September 2017  Am 16. August 2017 entschied das Bundessozialgericht, dass Ehrenämter in der gesetzlichen Sozialversicherung grundsätzlich auch dann beitragsfrei sind, wenn hierfür eine angemessene pauschale Aufwandsentschädigung gewährt wird und neben Repräsentationspflichten auch Verwaltungsaufgaben wahrgenommen werden, die unmittelbar mit dem Ehrenamt verbunden sind (Aktenzeichen B 12 KR 14/16 R). Geklagt hatte eine Kreishandwerkerschaft, die eine Geschäftsstelle mit Angestellten und hauptamtlichem Geschäftsführer unterhält. Der Geschäftsstelle steht ein Kreishandwerksmeister vor, der die Aufgabe neben seiner Tätigkeit als selbstständiger Elektromeister ehrenamtlich wahrnimmt. Die beklagte Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund) nahm an, dass der Kreishandwerksmeister geringfügig beschäftigt sei und forderte pauschale Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung nach. Das Bundessozialgericht hat der Kreishandwerkerschaft in letzter Instanz recht gegeben, da sich Ehrenämter durch die Verfolgung eines ideellen, gemeinnützigen Zweckes auszeichneten und sich damit grundlegend von beitragspflichtigen, erwerbsorientierten Beschäftigungsverhältnissen unterscheiden. Auch pauschale Aufwandsentschädigungen ändern daran nichts. Ebenso sei die Wahrnehmung von Verwaltungsaufgaben unschädlich, soweit sie unmittelbar mit dem Ehrenamt verbunden sind, wie zum Beispiel die Einberufung und Leitung von Gremiensitzungen. Das Bundessozialgericht unterstrich dabei, dass eine gesetzliche Klarstellung wünschenswert sei, um das Ehrenamt zu stärken.

Deutschland in Nahaufnahmen: Wie geht’s unserem Land?
Welche Dinge beschäftigen die Deutschen? Wie blicken Bürger aus Ost und West und unterschiedliche Generationen auf unser Land? Was hält unsere Gesellschaft zusammen, was treibt sie auseinander? Für unser neues Buch reisten Journalistik-Studenten der TU Dortmund quer durchs Land und trafen Menschen von Sachsen bis NRW und von Hamburg bis Bayern. In den öffentlichen Debatten über den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zustand unseres Landes dominieren oft die Schrillen und Lauten mit ihren extremen Ansichten. Einfache Antworten und vorschnelle Urteile jenseits aller Fakten haben Konjunktur. Doch auch zwischen amtlichen Statistiken und dem, was Menschen im Alltag erleben, klafft immer wieder eine Lücke. Fragen wir also danach, wie es Deutschland geht, dann ist das zwar einfach formuliert. Auf die simple Frage gibt es aber keine simplen Antworten. Denn jeder Bürger kann eine eigene Geschichte erzählen – mit Höhen und Tiefen, Erfolgen und Brüchen.  Wir haben daher mit dem Institut für Journalistik der TU Dortmund genau hingeschaut. Ausgehend von unserer Studie zur Entwicklung der Sozialen Marktwirtschaft besuchten Studenten des Instituts Menschen im Osten und Westen des Landes und setzten auf ein journalistisches Format, das zuletzt etwas aus der Mode gekommen war: die Sozialreportage. In Interviews und Vor-Ort-Recherchen entstanden acht Geschichten mitten aus dem Leben. Fotograf Besim Mazhiqi hielt die Eindrücke in Bildern fest. Das Ergebnis ist unser neues Buch "Deutschland in Nahaufnahmen". Über die gefährlichste Straße Deutschlands, ein Leben am Tresen und drei Bildungsgenerationen Die Reportagen zeigen, wie die Deutschen sozialen, wirtschaftlichen und globalen Wandel erleben, welche Chancen und Herausforderungen sich daraus für sie ergeben. Mona Ameziane traf drei Frauen aus Nordrhein-Westfalen: Großmutter, Tochter und Enkelin erlebten zusammen 70 Jahre deutsches Bildungssystem. Judith Koch war in der Leipziger Eisenbahnstraße unterwegs – einem Schmelztiegel der Nationen und angeblich die gefährlichste Straße Deutschlands. Und Jil Frangenberg begab sich an einen Ort, wo alle sozialen Schichten aufeinandertreffen: eine Kneipe in Radevormwald, einer Stadt im Bergischen Land zwischen Dortmund und Köln. Von Städten, die boomen und kriseln, dem Alltag im Jobcenter und der Arbeit eines Selbstständigen  Ben Schröder, Laura Bethke und Anjoulih Pawelka widmeten sich den Themen Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Schröder unterhielt sich mit Bürgern im thüringischen Sonneberg, wo die Wirtschaft boomt, und war in Leverkusen, das vielfach stagniert. Bethke fragte sich, wie es sein kann, dass es bei uns einen Beschäftigungsboom gibt, Unternehmen einen Mangel an Fachkräften beklagen, gleichzeitig aber Millionen von Menschen keine Arbeit finden. Auf der Suche nach Antworten machte sie Station in einem Hamburger Jobcenter. Pawelka schließlich konzentrierte sich auf eine Gruppe, die in der medialen Berichterstattung manchmal etwas untergeht: die Selbstständigen. Im Raum Heidelberg besuchte sie einen Friseurmeister in seinem Salon und eine Chirurgin in ihrer Praxis. Wie umgehen mit der Globalisierung? Und was machen eigentlich "Social Entrepreneure"? Claudia Wiggenbröker und Daniel Schmitz nahmen die Folgen der Globalisierung und das Phänomen der "Social Entrepreneure" unter die Lupe. Die Welt dreht sich immer schneller – für die einen kann’s nicht rasant genug gehen, die anderen fühlen sich verunsichert und abgehängt. Das erlebte Wiggenbröker, als sie in Berlin-Mitte und in der mittelfränkischen Kleinstadt Feuchtwagen auf vollkommen gegensätzliche Lebenswelten traf. Schmitz wiederum sprach im Rheinland und Ruhrgebiet mit "Sozialunternehmern" – so beispielsweise mit Bürgern, die Ideen für Regionen entwickeln, aus denen immer mehr Menschen abwandern und wo sich der Staat zunehmend zurückzieht. 
Neugierig geworden? Eine Kurzfassung der Reportagen und erste Bilder gibt’s auf unserer Webseite zum Buch; die kompletten Geschichten und alle Fotos im Buch.  Aus Bertelsmann Newsletter Deutsche blicken optimistischer in die Zukunft als europäische Nachbarn Flüchtlingskrise, Brexit, erstarkender Populismus – seit der Bundestagswahl 2013 haben zahlreiche Ereignisse und Trends die politischen Landkarten in Europa komplett verändert. Doch in Deutschland nähren diese Umwälzungen anscheinend vor allem das Bedürfnis nach Stabilität. Unsere neue "eupinions"-Studie zeigt, dass die Deutschen deutlich optimistischer und zufriedener sind als andere Europäer.  Einigkeit und Zufriedenheit in Zeiten des Umbruchs – so lässt sich die Stimmungslage der Deutschen laut unserer aktuellen "eupinions"-Umfrage zusammenfassen. Auffallend ist: Die Deutschen sind wesentlich positiver gestimmt als ihre europäischen Nachbarn und geben ihrem eigenen Land deutlich bessere Noten als der EU. Außerdem gilt: Die politische Mitte ist in Deutschland so stark wie in keinem anderen der großen EU-Staaten. Die Umfrageergebnisse sind repräsentativ für die EU insgesamt sowie die sechs größten Mitgliedstaaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Spanien).  Am deutlichsten wird die positive Grundstimmung der Bundesbürger bei der Frage nach dem Zustand des eigenen Landes und der Demokratie. In beiden Kategorien sind die Deutschen im EUVergleich Spitzenreiter in puncto Optimismus: 63 Prozent der Deutschen sind mit ihrer Demokratie zufrieden und 59 Prozent mit der Entwicklung des Landes. Dies ist ein sprunghafter Anstieg gegenüber März 2017: Damals waren nur 32 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass sich das Land in die richtige Richtung entwickele.   Hohe Unzufriedenheit in Italien Die Italiener sind mit 13 Prozent am unzufriedensten mit ihrem Land. In Frankreich, wo mit Emmanuel Macron ein neuer Staatspräsident angetreten ist, sind die Pessimisten weiterhin in der Mehrheit, aber auch ihr Anteil ging deutlich zurück: Während im Frühjahr nur 12 Prozent der Franzosen angaben, ihr Land entwickele sich in die richtige Richtung, waren es im Sommer 2017 schon 36 Prozent.  Auch wirtschaftlich haben die Bundesbürger offenbar wenig zu beklagen: Für 77 Prozent hat sich die wirtschaftliche Situation entweder verbessert oder ist gleich geblieben. In Italien, in dieser Kategorie Schlusslicht, geben 54 Prozent an, dass sich ihre wirtschaftliche Situation verschlechtert hat.  Stark in der Mitte, schwach an den Rändern: politische Einstellungen in Deutschland Im Vergleich zu den großen EU-Staaten fällt auf, dass die politischen Einstellungen in Deutschland sehr gemäßigt und mehrheitlich in der Mitte angesiedelt sind. 80 Prozent der Deutschen verorten sich in der politischen Mitte, so viele wie in keinem anderen der sechs größten EU-Länder. Die Mehrheit davon (44 Prozent) stuft sich in Deutschland als Mitte-links ein. In Frankreich sind die politischen Ränder im EU-Vergleich am stärksten: Jeweils ein Viertel der Franzosen steht laut Eigenauskunft links oder rechts von der Mitte.  Gleichzeitig gilt in Deutschland wie in Frankreich und der EU allgemein: Wer unzufrieden ist, orientiert sich politisch nach rechts. Diejenigen, die sich in Deutschland selbst als rechts bezeichnen, sind mit 7 Prozent eine noch vergleichsweise kleine Gruppe. Doch von ihnen sind fast zwei Drittel unzufrieden mit dem Zustand der Demokratie in Deutschland und der EU. 77 Prozent der deutschen Rechten meinen, die EU entwickele sich in die falsche Richtung und nur jeder Zweite von ihnen würde in einem Referendum für den Verbleib Deutschlands in der EU stimmen. Mit diesen Ansichten unterscheiden sie sich wesentlich von denjenigen Deutschen, die sich selbst als Mitte-rechts, Mitte-links oder links bezeichnen. Dies ist ein Trend, der auch in anderen europäischen Ländern zu beobachten ist.  Aus Bertelsmann newsletter Wettbewerb:

Wie sollen die ICE-4-Züge heißen? Die Deutsche Bahn veranstaltet einen Online-Wettbewerb zur Namensgebung der neuesten ICE-Generation 4.  Für die Bahn ist der ICE "mehr als nur ein Transportmittel: Die Züge verbinden Städte und Menschen und werden so zu Botschaftern für ganz Deutschland. Wir möchten an Menschen aus Deutschland erinnern, die inspirierend waren. Die etwas Bedeutendes erfunden oder entdeckt haben, deren Gedichte oder Bücher Sie berührt oder klüger gemacht haben. Menschen, deren Musik Sie heute noch lieben oder deren Schauspielkunst für Sie legendär ist. Oder Menschen, die durch ihre sportliche Leistung beeindruckt haben. Persönlichkeiten, die gezeigt haben, wie Menschen über Grenzen hinweg friedlich zusammenleben können."
 
Der Name wird zusammen mit einem Konterfei der jeweiligen Persönlichkeit an beiden Enden des Zuges gut sichtbar außen stehen und nicht nur bei jeder Bahnhofsein- und ausfahrt ein bundesweit sichtbares Symbol sein. Namensvorschläge können von Einzelpersonen gemacht werden. Alle Informationen und Möglichkeit, Vorschläge einzureichen auf der DB-Seite Es gibt in vielen Land- und Stadtkreisen in Baden-Württemberg hilfreiche und gute Altenhilfepläne. Diese müssen sich auf die örtlichen Begebenheiten ausrichten. Manchmal ist es hilfreich, dazu auch von anderen Altenhilfeplänen zu wissen.   Ein sicher gutes und vorbildliches Beispiel ist der Altenhilfeplan Ostfildern, den Sie hier lesen können: http://www.ostfildern.de/multimedia/Gutes+%C3%84lterwerden+in+den+Stadtteilen-p19236.pdf  Die Dateigröße ist 16 MB